Europaschule in NRW bilingualer deutsch-franz. Zweig AbiBac

Bonjour!

Das ist in Bochum einzigartig: Zweisprachiger Unterricht auf deutsch und französisch mit der Möglichkeit, die Doppelqualifikation Abitur-Baccalauréat zu erwerben. Informiere dich hier!

Der deutsch-französische Zweig an der Hildegardis-Schule

Der bilinguale Zweig führt zum deutschen Abitur mit bilin gualer Qualifikation oder zum gleichzeitigen Erwerb von deutschem Abitur und französischem Baccalauréat. Die erworbene sprachliche und interkulturelle Kompetenz befähigt die Schüler/innen in besonderem Maße zur Belegung eines deutsch-französischen Doppelstudiengangs, von denen es zur Zeit ca. 180 sehr breit gefächerte Angebote gibt und die i.d.R. mit einem Doppeldiplom abschlie- ßen. Eine Berufsausübung im französischsprachigen Ausland, in multinationalen Unternehmen und internationalen Organisationen wird erleichtert.

Welche Voraussetzungen braucht man für den bilingual deutsch-französischen Zweig?“

Kinder sollten vor allem neugierig sein auf Neues!

Ein Indikator kann auch die Freude am Umgang mit Sprache sein, d.h. die Lust der Kinder zu kommunizieren, zu lesen oder zu schreiben.

In der Regel bescheinigt eine gymnasiale Empfehlung der Grundschule Motivation und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten.

Woher weiß ich, ob mein Kind Interesse an der französischen Sprache hat?

Wenn Ihrem Kind in der Grundschule Englisch bereits Spaß gemacht hat, ist es sicher offen für weitere Sprachen.

Zudem gibt es die Möglichkeit, am Tag der offenen Tür am ersten Samstag im Dezember, am bilingualen Beratungsnachmittag am ersten Freitag nach den Weihnachtsferien sowie in einer zehnwöchigen AG für Grundschulkinder zwischen November und Januar an der Hildegardis-Schule in den Französischunterricht hinein zu schnuppern.

Bei uns zu Hause spricht niemand Französisch.

Das ist kein Problem. Wir unterrichten Französisch von Beginn an als Fremdsprache und vermitteln alle notwendigen Lernstrategien.

Schülerinnen und Schüler mit frankophonem Hintergrund sind in den bilingualen Klassen in der Minderheit. Sie bereichern den Unterricht in mündlichen Kommunikationssituationen als sprachliches Modell, müssen aber wie alle anderen Kinder die Schriftsprache und ihre Regeln lernen.

Warum sollte man schon ab Klasse 5 zwei Fremdsprachen lernen?

Das Erlernen von zwei Fremdsprachen ist für alle Schülerinnen und Schüler am Gymnasium verpflichtend. Mit der Umstellung auf G9 wird die zweite Fremdsprache im Regelzweig in Nordrhein-Westfalen – anders als in den anderen Bundesländern – wieder ab Klasse 7 eingeführt.

Kinder lernen jedoch moderne Fremdsprachen in jüngerem Alter spielerischer und leichter. Sie haben ein sehr gutes Gehör für die Aussprache und verinnerlichen viele Sprachstrukturen, indem sie sie spielend imitieren.

Am Ende der Sekundarstufe I haben sie bereits in zwei modernen Fremdsprachen – Englisch und Französisch – ein sehr gutes Niveau. Diese Mehrsprachigkeit ist ein großer Vorteil in Europa und darüber hinaus.

Wie ist der bilinguale Zweig aufgebaut?

In Klasse 5 und 6 haben führen die Schülerinnen und Schüler Englisch mit etwas geringerer Wochenstundenzahl als im Regelzweig aus der Grundschule fort. Der Fokus liegt auf der neu einsetzenden Fremdsprache Französisch.

Hier werden die Grundlagen gelegt, die es erlauben, in der Mittelstufe den Unterricht in Erdkunde und Geschichte zunehmend auf Französisch zu erteilen.

Bleiben die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Sekundarstufe I im bilingualen Zweig, wird ihnen dies mit ihrem Abgangs-, also in der Regel mit dem Abiturzeugnis bescheinigt.

Erdkunde oder Geschichte auf Französisch – wie geht das? Was bedeutet bilinguales Lernen überhaupt?

Bilinguales Lernen bedeutet Unterricht in zwei Sprachen – auf Deutsch und in der Fremdsprache. Dies betrifft sowohl die Unterrichtssprache als auch das verwendete Material.

Im Vordergrund steht immer die Vermittlung der Sachkenntnisse. Bilingualer Erdkunde- und Geschichtsunterricht folgt also weitgehend den gleichen Lehrplänen wie Unterricht nur in deutscher Sprache. Die Fremdsprache ist Kommunikationsmittel, bewertet wird die Leistung im Fach Erdkunde oder Geschichte

Die entsprechende fachsprachliche Kompetenz wird behutsam aufgebaut. Im ersten Jahr, in dem ein Sachfach in der Fremdsprache unterrichtet wird, steht hierfür eine Ergänzungsstunde zur Verfügung. Zunächst werden nur kleine Einheiten innerhalb einer Stunde oder Unterrichtsreihe auf Französisch vermittelt. Im Laufe der Jahre wird die Fähigkeit, Sachtexte in der Fremdsprache zu lesen und darüber zu sprechen, immer weiter ausgebaut.

Der Vorteil ist neben einer hohen Sprachkompetenz die Tatsache, dass man einen Unterrichtsgegenstand in bilingualen Fächern aus mehreren Perspektiven betrachten kann und damit auch wichtige interkulturelle Kompetenzen erwirbt.

Hat mein Kind im bilingualen Zweig mehr Unterricht? Ist der bilinguale Zweig schwieriger als der Regelzweig?

Die Stundentafeln an der Hildegardis-Schule sind zwischen dem Regel- und dem bilingualen Zweig weitgehend harmonisiert. Sie unterscheiden sich lediglich in der Vergabe der Ergänzungsstunden, die im bilingualen Zweig an den Französisch- bzw. französischsprachigen Sachfachunterricht (Erdkunde/Geschichte) angebunden sind. Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zweiges haben daher maximal eine Wochenstunde mehr Unterricht.

Der bilinguale Zweig ist nicht schwieriger als der Regelzweig, sondern setzt einen besonderen Akzent in der Vermittlung einer zweiten Fremdsprache neben dem Englischen.

Ein etwas größerer Zeitaufwand kann für das Lernen von Fachvokabular oder das Verfassen von Hausaufgaben in der Fremdsprache veranschlagt werden.

Einmal bilingualer Zweig – immer bilingualer Zweig?“ Wie und wann ist ein Wechsel möglich?

Ein Wechsel vom bilingualen Zweig in den Regelzweig ist im Prinzip jederzeit möglich. Wenn keine gemischten Klassen eingerichtet werden, ist er mit einem Klassenwechsel verbunden.

Wechsel finden insgesamt selten statt, erweisen sich aber, wenn gewünscht, am Ende der Erprobungsstufe nach einer zweijährigen Zeit des Kennenlernens als sinnvoll.

Während ein Wechsel vom bilingualen Zweig in den Normalzweig mit Blick auf das Englische in der Regel problemlos möglich ist, ist ein späteres Einsteigen in den bilingualen Zweig aufgrund der künftig erst wieder ab Klasse 7 einsetzenden zweiten Fremdsprache deutlich schwieriger.

Am Ende der Sekundarstufe I ist der erste Teil der bilingualen Laufbahn abgeschlossen und wird mit einem entsprechenden Zertifikat bestätigt (s.o.). Für die Oberstufe können Schülerinnen und Schüler ihre Schwerpunkte neu setzen (s.u.).

Wenn sie am Ende der Mittelstufe den bilingualen Zweig verlassen, können Schülerinnen und Schüler Französisch abwählen oder als regulären Grund- und Leistungskurs in der Oberstufe belegen.

Wie kann der bilinguale Zweig in der Oberstufe fortgesetzt werden?

Möchten Schülerinnen und Schüler den bilingualen Zweig in der Oberstufe fortsetzen, belegen sie in der Jahrgangsstufe EF einen fünfstündigen Grundkurs sowie in der Qualifikationsphase einen Leistungskurs Französisch. Daneben führen sie ein Sachfach (Erdkunde oder Geschichte) in französischer Sprache fort und nehmen dieses Fach als drittes Abiturfach. Sie bekommen dann mit dem Abiturzeugnis eine Bescheinigung über den erfolgreichen Abschluss des bilingualen Zweiges in der Sekundarstufe II sowie das Erreichen des Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR).

Was ist das Abibac?

Während der bilinguale Abschluss national und an anderen Schulen auch auf der Basis anderer Fremdsprachen vergeben wird, ist das Abibac eine Doppelqualifikation, die vertraglich von deutscher Seite aus nur in Kooperation mit Frankreich existiert und somit Alleinstellungsmerkmal besitzt.

Als einem von 13 Gymnasien landes- und ca. 70 bundesweit haben Schülerinnen und Schüler an der Hildegardis-Schule die Möglichkeit, neben dem deutschen Abitur auch das französische baccalauréat zu erwerben.

Sie belegen dafür in der Jahrgangsstufe EF einen fünfstündigen Grundkurs und in der Qualifikationsphase einen Leistungskurs Französisch sowie Erdkunde und Geschichte in französischer Sprache. Eines dieser beiden Sachfächer wählen sie als drittes Abiturfach.

Zur Vergabe des französischen baccalauréat kommt ein Prüfer / eine Prüferin aus Frankreich, der / die die Abiturarbeiten im Leistungskurs Französisch und im 3. Abiturfach bewertet sowie an einer mündlichen Prüfung im Fach Französisch teilnimmt.

Schülerinnen und Schüler, die sich für das Abibac entscheiden, haben in der Regel den bilingual deutsch-französischen Zweig in der Sekundarstufe I besucht. Der Erwerb der Doppelqualifikation ist jedoch nicht daran gebunden und kann auch von besonders motivierten Schülerinnen und Schülern des Regelzweiges – oft nach einem Auslandsaufenthalt in einem frankophonen Land – angestrebt werden.

Lernt man im bilingualen Zweig genug Englisch?

Auf jeden Fall. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird Englisch im bilingualen Zweig aufgrund der früh einsetzenden zweiten Fremdsprache zwar mit geringerer Wochenstundenzahl als im Regelzweig unterrichtet, in der Mittelstufe holen die Schülerinnen und Schüler dies jedoch wieder auf. Auch der Englischunterricht profitiert stark von den im bilingualen Zweig verstärkt vermittelten Sprachlernkompetenzen, so dass die Schülerinnen und Schüler am Ende der Mittelstufe in Englisch das gleiche bzw. oft noch ein höheres Kompetenzniveau erreichen als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.

In der Oberstufe nehmen viele von ihnen an der Vorbereitung für das englische Sprachzertifikat Cambridge teil und können somit am Ende ihrer Schullaufbahn in mindestens zwei modernen Fremdsprachen das Niveau C1 des GeR erreichen.

Kann mein Kind im bilingualen Zweig auch seinen naturwissenschaftlichen Interessen nachgehen?

Ja, denn die Stundentafel unterscheidet sich bezüglich der naturwissenschaftlichen Fächer nicht. Wie die Schülerinnen und Schüler des Regelzweigs können bilinguale Schülerinnen und Schüler einen zweiten Schwerpunkt in den Naturwissenschaften setzen, zunächst im Wahlpflichtbereich in der Mittelstufe (Wahl eines Kombikurses Mathematik-Physik oder Biologie-Chemie), später durch die Wahl des zweiten Leistungskurses oder andere Belegoptionen in der Oberstufe.

Viele unserer bilingualen Schülerinnen und Schüler setzen in der Tat einen zweiten naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Dies gelingt auch über die Teilnahme an Wettbewerben, die allen offen stehen, das Verfassen einer Facharbeit mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt oder die Teilnahme an der Schüleruni in diesem Bereich.

Kann mein Kind im bilingualen Zweig das Latinum machen?

Ja, auch dies ist möglich. Die Hildegardis-Schule bietet im Wahlpflichtbereich Latein als dritte Fremdsprache an. Nach künftig wieder vier Jahren, d.h. am Ende der 12. Jahrgangsstufe, erlangen diese Schülerinnen und Schüler das Latinum.

Welche Austauschmöglichkeiten gibt es im bilingualen Zweig?

Einen ersten klassengebundenen Austausch führen wir in Jahrgangsstufe 7 mit unseren Partnerschulen, dem Collège Chevreul und dem Collège Sainte-Marie, in Lyon durch. Ein Austausch in Klasse 7 hat sich sehr bewährt, da unsere Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt schon hinreichende Französischkenntnisse haben und selbstständig genug, zugleich sehr offen dafür sind, zehn Tage lang in einer Gastfamilie zu leben und gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden das französische Schulsystem und die sehenswerte Stadt Lyon zu entdecken. Der Austausch beruht auf Gegenseitigkeit, d.h. dass die Bochumer Familien im Laufe des 7. Schuljahres für zehn Tage auch ein Kind aus Lyon aufnehmen.

Entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler für die Fortsetzung der bilingualen Laufbahn in der Oberstufe, ist ein weiterer Austausch mit unserer Abibac-Partnerschule, dem Lycée Pierre Bayen in Châlons-en-Champagne, integraler Bestandteil des Bildungsgangs. Der neuntägige Austausch wird oft mit einem besonderen interkulturellen Projekt verbunden.

Darüber hinaus unterstützt die Hildegardis-Schule ihre Schülerinnen und Schüler bei individuellen Austauschen. Eine Reihe von ihnen verbringt in der Jgst. EF, bisweilen auch schon in Jgst. 8 oder 9 zwischen 6 Wochen und 6 Monaten in einem französischsprachigen Land. Die Hildegardis-Schule informiert regelmäßig über die vom Deutsch-Französischen Jugendwerk sowie der Bezirksregierung Düsseldorf angebotenen Austauschprogramme und ist bei Bedarf auch bei der Vermittlung von Partnern behilflich.

Welche weiteren Projekte und Kooperationen sind mit dem bilingualen Zweig verbunden?

Mit dem CDI (centre de documentation et d’information) steht der Hildegardis-Schule eine französische Biblio- und Mediathek zur Verfügung, die neben der Ausleihe von Büchern, Filmen, Musik und Spielen auch als Ort für Veranstaltungen wie AGs, Autorenlesungen u.v.m. dient. Eine Reihe dieser Veranstaltungen findet in Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bochum statt.

Eine besondere Arbeitsgemeinschaft, die allen offen steht, aber besonders den bilingualen Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit bietet, die Sprache spielerisch anzuwenden, ist die französische Theater-AG.

Ein wichtiger außerschulischer Lernort ist das Centre culturel Essen. In Kooperation mit dem Institut Français lädt die Hildegardis-Schule ihre Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben ein, regelmäßig z.B. am Jugendbuchpreis Prix des Lycéens allemands sowie am Internetteamwettbewerb zum deutsch-französischen Tag.

Diesen deutsch-französischen Tag feiern wir jedes Jahr mit besonderen Aktivitäten. Besonderes Kennzeichen ist, dass die bilingualen Schülerinnen und Schüler, vielfach die Älteren für die Jüngeren, Präsentationen und Mitmachaktionen vorbereiten. Dies sowie Musik und Kulinarisches tragen zur Präsenz des Französischen und der frankophonen Kultur in der Schule bei.

Die Hildegardis-Schule ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft bilingualer Gymnasien Libingua e.V., die weitere interessante Informationsangebote für Eltern bereit hält (www.libingua.de). Darüber hinaus arbeitet sie im 2016 neu gegründeten Netzwerks der bilingual deutsch-französischen Schulen in Westfalen. Neben dem kollegialen Austausch fördert diese Kooperation besondere Angebote für Schülerinnen und Schüler wie z.B. einen jährlichen Kreativtag für die Jahrgangsstufe 9 oder eine deutsch-französische Studien- und Berufsberatungsmesse für die Oberstufe.

Schließlich vermittelt die Hildegardis-Schule über ihre zahlreichen Kooperationspartner Praktikumsplätze in Frankreich, die eine wertvolle Qualifikation im Lebenslauf nachweisen.

Welchen Mehrwert hat eine bilinguale Zusatzqualifikation bzw. das Abibac?

Der bilingual deutsch-französische Zweig bereitet die Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße auf ein Leben in einem zusammenwachsenden Europa und einer zunehmend globalisierten Welt vor. Die Absolventinnen und Absolventen beherrschen am Ende ihrer Schullaufbahn neben dem Englischen eine zweite Fremdsprache auf sehr hohem Niveau, die sie im Sachfachunterricht bereits als Arbeits- und Kommunikationssprache einzusetzen gelernt haben. Mit Französisch verfügen sie zugleich über eine wichtige Brückensprache zum Erlernen weiterer Sprachen. Neben diesem Mehrsprachigkeitsprofil bilden die Schülerinnen und Schüler durch den häufigen Perspektivwechsel im Unterricht und die zahlreichen Begegnungen im Partnerland interkulturelle Kompetenzen aus, die nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern auch ein Schlüssel zur europäischen und internationalen Arbeitswelt sind.

Mit dem Abibac verfügen die Schülerinnen und Schüler über zwei Diplome, mit denen sie sich für ein Studium bewerben können. Darüber hinaus haben sie u.a. auch Zugang zu mehr als 180 deutsch-französischen Doppelstudiengängen. Nähere Informationen hierzu finden sich auch unter www.dfh-ufa.org.

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