Wie können wir nachhaltiger leben und unsere Umwelt schützen?
Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 7 am diesjährigen Hildegardis-Tag am Dienstag, den 29. September 2026. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit vor Ort – was können wir tun?“ standen insgesamt sieben verschiedene Workshops zur Auswahl, die dazu einluden, Nachhaltigkeit aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken, selbst aktiv zu werden und überraschende Erfahrungen zu sammeln.
Ob im Tierpark, im Schülerlabor, in der Sternwarte oder direkt in der Schule – überall wurde geforscht, experimentiert, diskutiert und kreativ gearbeitet.
Hier ein kleiner Einblick in die vielfältigen Workshops:
Artenschutz – Was wir kennen und lieben, schützen wir auch!
Im Tierpark Bochum gingen die Schülerinnen und Schüler der Frage nach, was Artenschutz eigentlich bedeutet, warum er so wichtig ist und wer sich dafür einsetzt. Besonders spannend wurde es bei der Untersuchung eines gepackten Koffers: Darin mussten Gegenstände entdeckt werden, die aus Gründen des Artenschutzes nicht mitgeführt werden dürfen, darunter Schmuck aus Elfenbein oder Etuis aus Krokodilleder. Außerdem konnten verschiedene Tiere, darunter Riesenschildkröten und Seehunde, beobachtet und ihre Verhaltensweisen genauer kennengelernt werden. Dabei wurde deutlich: Nur was wir kennen und wertschätzen, können und wollen wir auch schützen.

Regenwald – Unser Konsum und seine Folgen
Ebenfalls im Tierpark Bochum beschäftigte sich ein weiterer Workshop mit den faszinierenden Regenwäldern Asiens. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, welche Bedeutung diese einzigartigen Lebensräume für Tiere und Pflanzen haben und wie eng unser eigener Alltag mit ihrem Schutz verbunden ist. Besonders deutlich wurde dabei, dass unsere Konsumentscheidungen Auswirkungen auf die Natur und die Lebensbedingungen vor Ort haben können.
Fast Fashion – Aus Alt mach Neu
Welchen Weg legt eigentlich eine Jeans zurück, bevor sie in unserem Kleiderschrank landet? Im Workshop „Fast Fashion – Aus Alt mach Neu“, unterstützt von der Verbraucherzentrale Bochum, verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Reise unserer Kleidung und setzten sich mit den ökologischen und sozialen Auswirkungen der Textilproduktion auseinander. Dabei wurde schnell klar, dass nicht immer alles neu gekauft werden muss. Wie einfach und kreativ Wiederverwertung sein kann, zeigte sich beim anschließenden Upcycling: Aus alten T-Shirts entstanden praktische neue Taschen.

Weniger Müll – mehr Mehrweg
Wie können wir im Alltag Abfall vermeiden und bewusster mit unseren Ressourcen umgehen? Diesen Fragen widmete sich der Workshop „Weniger Müll – mehr Mehrweg“ vom USB Bochum. Mit kleinen Mitmachaktionen, anschaulichen Beispielen und praktischen Tipps beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Mülltrennung, Abfallvermeidung und der Bedeutung von Mehrwegsystemen. Zum Abschluss konnten alle ihren eigenen Mehrwegbecher kreativ gestalten und damit ein Stück Nachhaltigkeit mit nach Hause nehmen.

Natürlich bunt – Farben aus Lebensmitteln
Gleich zweimal wurde der Workshop „Natürlich bunt – Farben aus Lebensmitteln“ von jeweils drei Schülerinnen aus der Klasse 10c, die von sevengardens qualifiziert worden, eigenständig moderiert und geleitet.
Ob Rotkohl, Zitrone, Kurkuma, Natron oder Waschmittel – durch geschicktes Kombinieren und Experimentieren entstehen immer wieder neue, faszinierende Farben. Mit unterschiedlichen Mal- und Gestaltungstechniken verwandelten die Schülerinnen und Schüler ihre selbst hergestellten Farben schließlich in zahlreiche individuelle und farbenfrohe Kunstwerke.
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein wichtiges Thema ist, sondern auch jede Menge Raum für Kreativität, Entdeckungen und gemeinsames Ausprobieren bietet.

Ein intelligentes Gewächshaus – Technik für mehr Nachhaltigkeit
Kann ein Gewächshaus selbst erkennen, wann eine Pflanze Wasser, Licht oder frische Luft benötigt? Dieser spannenden Frage gingen Schülerinnen und Schüler im Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum nach.
Mit viel Forschergeist wurde experimentiert und untersucht, wie Sensoren und moderne Technik dazu beitragen können, Pflanzen bedarfsgerecht zu versorgen. Dabei wurde deutlich, wie technische Entwicklungen helfen können, Ressourcen wie Wasser und Energie gezielter einzusetzen und damit nachhaltiger zu wirtschaften.
Bionik – Von der Natur lernen
In der Sternwarte Bochum tauchten die Schülerinnen und Schüler in die faszinierende Welt der Bionik ein. Dabei erforschten sie, wie sich der Mensch die Natur zum Vorbild nimmt, um technische Herausforderungen zu lösen.
Besonders überraschend war die Erkenntnis, wie viele Erfindungen und Alltagsgegenstände bereits auf Ideen aus der Tier- und Pflanzenwelt beruhen. Die Natur hat im Laufe der Evolution beeindruckende Lösungen entwickelt, von denen wir auch heute noch viel lernen können.
So wurde deutlich, dass die Bionik nicht nur spannende technische Innovationen ermöglicht, sondern auch dazu beitragen kann, umweltfreundliche und ressourcenschonende Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.
Nachhaltigkeit beginnt bei uns!
Der Hildegardis-Tag zeigte einmal mehr, wie vielfältig Nachhaltigkeit sein kann. Ob beim Schutz bedrohter Tierarten, beim bewussten Konsum, bei der Vermeidung von Müll oder beim Experimentieren mit natürlichen Materialien und moderner Technik – überall gibt es Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden und Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen.
Es war ein abwechslungsreicher Tag voller neuer Erkenntnisse, kreativer Ideen und spannender Erfahrungen, der hoffentlich viele Anregungen für einen nachhaltigeren Alltag mitgegeben hat.