Europaschule in NRW bilingualer deutsch-franz. Zweig AbiBac

Woher stammt unser Kaffee und unter welchen Bedingungen wird er produziert? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Spanischkurs der Q2 und lernte dabei drei Menschen kennen, die den fairen Kaffeehandel mit Leben füllen.

Anlass war die bundesweite „Faire Woche“ vom 11. bis 25. September 2026, in deren Rahmen auch in Bochum Veranstaltungen zu globaler Gerechtigkeit sowie zu Klima- und Ressourcenschutz stattfinden. Unsere Schule beteiligte sich mit einer eigenen Aktion. Am vergangenen Freitag berichteten Jennifer Valbuena von der Kooperative Red Ecolsierra (Kolumbien) und Santos Candido Lopez Calix, Kaffeeproduzent und Präsident der Kooperative Reynerio Tijerino (Nicaragua), im Spanischkurs der Q2 über ihre Arbeit. Begleitet wurden sie von Otmar Meyer, der 35 Jahre in Nicaragua gelebt hat und dort in der Entwicklungszusammenarbeit und im Fairen Handel tätig war.

Die Prinzipien des „comercio justo“ hatte der Kurs zuvor im Unterricht erarbeitet. Was fairer Handel für die Menschen in Lateinamerika bedeutet, wurde jedoch erst durch die persönliche Begegnung greifbar. Valbuena erzählte, dass die 1997 gegründete Red Ecolsierra inzwischen rund 250 Kleinbauernfamilien zugutekommt und ihnen Mitsprache, Bildung und finanzielle Sicherheit bietet. Lopez Calix zeigte an praktischen Beispielen, wie wichtig die Kooperativen vor Ort sind. Angesichts des spürbaren Klimawandels ist ein ökologisch nachhaltiger Anbau für ihn selbstverständlich.

Für Gesprächsstoff sorgte eine Umfrage des Kurses: Die meisten Schülerinnen und Schüler der Q2 kennen das Fairtrade-Logo, aber nur wenige achten beim Einkaufen wirklich auf die Herkunft der Produkte. Valbuena zeigte Verständnis dafür, schließlich seien die Jugendlichen noch jung und finanziell eingeschränkt. Sie würde sich aber freuen, wenn die Antworten bei einem Abitreffen in zehn Jahren anders ausfielen und die Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten könne. Entscheidend sei dabei kein einzelnes Produkt oder ein Logo, sondern vielmehr eine bewusstere Konsumhaltung.

Beim anschließenden Frühstück mit fair gehandelten und regionalen Produkten kam der Kurs mit den Gästen ins Gespräch. Am Ende waren sich alle einig: Der Austausch bot wichtige Denkanstöße und globale Handelsbeziehungen wurden an diesem Vormittag gut nachvollziehbar. Unser Dank gilt Frau Braun-Yildirim von der Bochumer Fairtrade-Steuergruppe, die den Besuch vermittelt und einen Teil der Produkte für das Frühstück beigesteuert hat.

Ein Bild der Skyline der Zeche Bochum